Unsere Region kauft 2000 Watt

Kleine Fußabdrücke und große Vorsätze

Wie Studierende der HTWG Konstanz Schülerinnen und Schüler zum Umweltschutz motivieren

Franziska Heckele, Paula Schubert und Leonard Holpp verbindet viel: Sie sind Anfang 20, sie studieren an der HTWG Konstanz Umwelttechnik und Ressourcenmanagement – und sie haben dieses Jahr ein Umweltprojekt zu Schülerinnen und Schülern ans Ellenrieder-Gymnasium in Konstanz gebracht. Im Interview erzählten sie von kleinen Fußabdrücken und großen Vorsätzen.

Was war eure Motivation, ein Umweltprojekt an eine Schule zu bringen?

Franziska: Wir studieren alle drei Umwelttechnik und Ressourcenmanagement an der HTWG Konstanz. Im ersten Semester wurden wir bei der Projektvergabe diesem Projektmanagementseminar zugeteilt. Im Seminar haben wir das Umweltprojekt selber durchgeführt. Das waren spannende Erfahrungen. Als es dann dieses Jahr darum ging, das Projekt an einer Schule durchzuführen, konnten wir viel selber gestalten. Der erste Kontakt mit den Schülern hat mich am meisten motiviert. Die Lehrerinnen hatten die Schülerinnen und Schüler im Unterricht schon vorbereitet und so hatten wir sofort das Gefühl: Das kann gut werden.

Kleine Zwischenfrage: Ihr seid an Umweltschutz interessiert – kennt ihr das Konzept der 2000-Watt-Gesellschaft?

Paula: Vom 2000-Watt-Ansatz haben wir erst durch eure Interviewanfrage erfahren. Dann haben wir uns direkt die Webseite angeschaut. Sie gefällt uns sehr gut und sollte an der HTWG bekannter sein – daraus könnte sich Spannendes entwickeln.

Zurück zu eurem Projekt: Wie habt ihr die Schule gewonnen?

Leonard: Die HTWG und das Ellenrieder-Gymnasium kooperieren in mehreren Bereichen, auch im Ressourcenmanagement. Wir haben sehr kurze Wege, die Schule und die HTWG liegen direkt nebeneinander. So profitieren Schüler von Studierenden und andersherum, das ist toll. Ich würde mir wünschen, dass das auch mit anderen Schulen passiert. Wenn man als Schüler von Hochschulprojekten begeistert ist, geht man ganz anders ins Studium: solche Projekte können eine Starthilfe sein.

Wie viele Stunden seid ihr in der Schule gewesen? Viel Aufwand?

Paula: Die zwei Lehrerinnen sind offen auf uns zugegangen und die Schüler waren gut vorbereitet – das Bewusstsein für Umweltschutz war schon da. Wir haben alles selber vorbereitet und waren dreimal an der Schule. Unser Zeitplan war ziemlich straff: Wir haben Vorträge gehalten, zum Beispiel zum CO2-Fußabdruck, und haben mit den Schülern Ideen gesammelt. Die Tafel war ruck zuck voll, die Jugendlichen haben ihrer Kreativität freien Lauf gelassen. Fast alle haben dann mitgemacht, sich selbst etwas Konkretes vorgenommen und dann versucht, das für vier Wochen durchzuhalten.

Wie waren eure eigenen Erfahrungen? Was waren eure Vorsätze – und habt ihr durchgehalten?

Franziska: Ich habe aufs Handy verzichtet. Das hat damals gut geklappt, ist aber inzwischen wieder schwierig. Das Handy ist im Alltag halt sehr präsent.

Paula: Mein Vorsatz war, mich vegetarisch zu ernähren. Ich hatte keine Schwierigkeiten: Freunde und Familie haben beim gemeinsamen Kochen darauf geachtet und fanden das Projekt spannend. Jetzt bin ich achtsamer. Wenn ich überlege, was ich koche, gehe mit einem anderen Blick durch die Läden.

Leonard: Bei mir waren es die kleinen alltäglichen Dinge, die ich anpacken wollte: Heizung runter drehen, Stecker raus und Deckel auf den Kochtopf. Auch bei mir ist das Projekt in den Alltag übergegangen – meine WG lebt jetzt mit kleinerem CO2-Fußabdruck. Wir haben den Schülerinnen und Schülern von unseren Erfahrungen berichtet. Ich denke, dass sie das zusätzlich motiviert hat.

Wie hat die Umsetzung mit den Jugendlichen funktioniert?

Franziska: Wir haben zur Auswertung einen Fragebogen entwickelt. Die Rückmeldungen waren meistens: Das Umweltprojekt ist sehr interessant und die Umsetzung hat mir kaum Probleme gemacht. Jeder Zweite will seine Vorsätze beibehalten. Das ist eine hervorragende Bilanz, und wir freuen uns sehr über das Lob.

Und euer persönliches Fazit?

Leonard: Es ist schön, dass Jüngere schon in der Schule Interesse an einem Umweltprojekt haben.

Franziska: Ein erfolgreiches Projekt: Alle wollten mitmachen, die Bereitschaft etwas zu ändern war groß - und das freiwillig.

Paula: Ich freue mich einfach sehr, dass es so gut ankam.

Franziska Heckele, Paula Schubert und Leonard Holpp - die Studierenden haben das Umweltprojekt umgesetzt. Quelle: www.wirleben2000watt.com
 

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