Plastikfrei einkaufen

Es geht auch ohne!

Plastikmüll ist eines der Themen dieser Tage. Wahrscheinlich würde jeder beim Einkauf gerne auf Plastik verzichten. Doch im Supermarkt kommen wir an Verpackungen kaum vorbei. Dass es auch anders geht, beweisen immer mehr meist kleine Läden. Zwei solcher verpackungsfreier Shops finden sich auch in unserer 2000-Watt-Region. Wir haben sie besucht.

Adriana Puente und Iris Huber hatten schon lange genug von unnötigen Plastikverpackungen, die uns alle im Alltag begleiten. Adriana Puente setzte sich in ihrem Herkunftsland Mexiko in vielen Kampagnen gegen Plastikmüll ein. Iris Huber fing in ihrer WG an, Überzeugungsarbeit zu leisten und alte Gewohnheiten zu brechen. Als die beiden sich in Winterthur kennen lernten, war die Gründung von „bare Ware“ nur der nächste logische Schritt: Mit ihrem Laden möchten die jungen Frauen der Idee einer verpackungsarmen und umweltschonenden Konsumgesellschaft näher kommen.

Bare Ware: Einkauf reduziert aufs Wesentliche

Das Konzept dahinter ist einfach: Zum Einkaufen bringt jeder eigene Behälter mit und füllt diese mit den nachhaltigen, biologischen Lebensmitteln seiner Wahl. Bezahlt wird nach Gewicht. Eröffnet haben die beiden im Mai 2017, heute gibt es über 300 Produkte im Sortiment. „Uns ist es ausserdem wichtig, dass alle Produkte aus der Region kommen“, betont Adriana Puente. Iris Huber ergänzt nicht ohne Stolz: „Wir kennen jeden unserer Lieferanten persönlich. Um uns selbst von der Qualität zu überzeugen, überprüfen wir die Herstellung der Produkte und die Lebensqualität der Tiere.“ Neben Lebensmitteln bietet „bare Ware“ auch Waschmittel und Naturkosmetik. Besonders glücklich sind die Inhaberinnen über einen ihrer Verkaufsschlager: die Zahnpasta in Tablettenform.

Der erste Unverpackt-Laden in Konstanz

Sladja Peerebooms Traum von einer verpackungsfreien Zukunft begann bereits in ihrer Kindheit. Sie wuchs fast ohne Plastik auf: „Meine Mutter verzichtete wo immer es ging auf Verpackungen. Und wenn es gar nicht anders ging, verwendete sie Plastiktüten einfach wieder.“ Mit ihrem Geschäftspartner Abbas Rahim kommt sie im Juni 2017 ihrem Traum einen Schritt näher: Von der Eröffnung an stiess „Unverpackt“ auf positive Resonanz. Heute können die Kundinnen und Kunden aus über 200 unverpackten Produkten wählen: von Nudeln, Linsen und Süssigkeiten bis zu Tassen aus Weizenstrohfasern und Zahnbürsten aus Bambus. Wer mal vergisst, eigene Behälter mitzubringen, muss nicht mit leeren Händen nach Hause gehen, sondern kann sich Schalen und Behälter ausleihen oder kaufen. Neben dem Verzicht auf Plastikverpackungen achten Sladja und Abbas darauf, dass nur fair gehandelte und biologische Produkte in den Regalen landen - meist von regionalen Zulieferern, z.B. von der Reichenau.

 

 

"Die Geschäftsführerinnen von bare Ware: Iris Huber und "Adriana Puente.
"bare Ware: Der Unverpackt-Laden in Winterthur.
 

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