Unsere Region lebt 2000 Watt

Wir im Quartier

Energiebewusstsein muss etwas ganz Alltägliches werden

Wie Konstanzer Bürgerinnen und Bürger gegen den Klimawandel aktiv werden.

Zum Klimaschutz kann jeder etwas beitragen. Klingt einfacher als es ist? Das Projekt „Wir im Quartier“ hat mit über 60 Konstanzerinnen und Konstanzern für einige Monate den Alltagstest gemacht. Ein Gespräch mit Lorenz Heublein – bei der Stadt Konstanz verantwortlich für Stadtplanung und Umwelt – über den inneren Schweinehund, alltägliches Energiesparen und darüber, wie wichtig es ist, sich dabei gegenseitig Mut zu machen.

Was und wen wollten Sie mit dem Projekt „Wir im Quartier“ erreichen?

Heublein: Mit „Wir im Quartier“ wollen wir als Stadt an unsere vielfältigen Umweltschutz-Aktivitäten wie den European Energy Award und die Kampagne „Wir leben 200 Watt“ anknüpfen. Die Frage, an die wir immer wieder stoßen ist: Wie gelingt es, das vorhandene Umwelt-Bewusstsein in konkretes Umwelt-Handeln zu übersetzen? Mit dem Projekt wollten wir zeigen, dass Energiesparen im Alltag funktioniert, ohne dass man sein Leben auf den Kopf stellen muss. Alles, was man braucht, um den inneren Schweinehund zu überlisten, sind die Lust an Veränderung, pragmatische Tipps – und die gegenseitige Ermutigung.

Was ist das Besondere an „Wir im Quartier“?

Heublein: Das sagt eigentlich schon der Projektname: Es geht darum, gemeinsam in der direkten Nachbarschaft Ansatzpunkte für einen alltäglichen energiebewussten Lebenstil zu identifizieren und auszuprobieren. Als Stadt haben wir dazu verschiedene Themengruppen organisiert, die jeweils von einer Expertin oder einem Experten betreut wurden. In Treffen, Workshops und Ausflügen tauschten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Ideen und Tipps aus - die ideale Voraussetzung, das neu erworbene Wissen im Alltag umzusetzen.

In welchen Themenbereichen konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer beteiligen? Was erwartete sie da?

Heublein: Es gab die fünf Themengruppen Wohnen, Konsum, Ernährung, Müll und Mobilität. Sven Fitz leitete die Themengruppe Wohnen und zeigte Möglichkeiten des Energiesparens im Haushalt auf. Susan Rößner gab Tipps dazu, wie man Müll weitgehend vermeiden oder richtig entsorgen kann. Judith Wehr klärte beim gemeinsamen Kochen über nachhaltige Ernährung auf und beantwortete Fragen über Food-Sharing. Darüber hinaus informierte die Ernährungswissenschaftlerin Susanna Güttler die Gruppe über geschmackvolle und klimafreundliche Ernährung. In der Themengruppe Mobilität zeigte Claudia Bierbaum, wie man sich mit öffentlichen Verkehrsmitteln und dem Fahrrad bequem in der Stadt bewegen kann.

War „Wir im Quartier“ bisher erfolgreich?

Heublein: Insgesamt waren wir mit der Teilnehmendenzahl zufrieden. Über 60 Haushalte haben sich aktiv beteiligt und dank der intensiven Medienarbeit haben wir weitere Konstanzerinnen und Konstanzer erreicht. Ehrlicherweise muss ich sagen, dass wir aber nur wenige Menschen gewinnen konnten, die sich noch nie zuvor mit dem Thema Energiesparen beschäftigt haben. Doch was mich überrascht und gefreut hat, war die bunte Mischung aus allen Generationen und die durchweg positiven Rückmeldungen. Ich denke, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer weiterhin ihr neues Wissen im Alltag anwenden, an andere weitergeben und miteinander in Kontakt bleiben. All das sind kleine Schritte dahin, dass Klimaschutz in Konstanz etwas ganz Alltägliches wird.

 

Große Abschlussveranstaltung am 19. Juni

Am Dienstag, den 19. Juni 2018, um 18.30 Uhr, wird im Palmenhaus Bilanz gezogen. Es folgen ein Vortrag des Klimaforschers Dr. Mario Hüttenhofer und ein festlicher Ausklang im Palmenhauspark. Interessierte sind herzlich eingeladen, an dem Abend alles über die Erfolge, Misserfolge und weitere Schritte hin zu einem klimafreundlichen Leben zu erfahren.

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