Die 2000-Watt-Gesellschaft

Gleich viel Energie für alle

Wie viel Energie darf jeder Mensch durchschnittlich verbrauchen, damit wir die Klimaerwärmung begrenzen und knappe Ressourcen verantwortungsvoll nutzen? Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) haben das mal ganz genau ausgerechnet: 2000 Watt.

Aha! Und was heisst das konkret? Ein Watt ist die physikalische Einheit für Dauerleistung. Dein Herz zum Beispiel erbringt eine Dauerleistung von 1 bis 2 Watt. Wenn du schwer arbeitest, erbringt dein Körper eine Leistung von 200 Watt. Ein Radrennfahrer kommt während einer strammen Bergetappe auf 400 Watt. Und wenn Autos, Fernseher und Waschmaschinen laufen, nehmen sie ständig Leistung auf, ein Staubsauger beim Teppichsaugen zum Beispiel 1000 Watt.

Unser Appetit auf Energie steigt stetig

Noch etwas Interessantes zur Zahl 2000 haben die Leute an der ETH entdeckt: 2000 Watt entsprechen ungefähr dem weltweiten Durchschnittsverbrauch im Jahr 1990 – und dem, was eine Schweizerin oder ein Schweizer 1960 verbraucht hat. Seither hat unser Appetit auf Energie stetig zugenommen. Längere Arbeitswege, grössere Wohnungen, exotische Zutaten und trendige Produkte: In allem was wir tun, essen und konsumieren, steckt Energie. Und so leben wir heute in Deutschland, Österreich und der Schweiz in einer 6500-Watt-Gesellschaft und verbrauchen mehr als das Dreifache dessen, was uns eigentlich zusteht und als unsere Umwelt, unser Klima und unsere Kinder vertragen können. Pro Stunde ist das ein Verbrauch von 6 Kilowattstunden (kWh), pro Jahr und Person von über 50000 kWh. Auf Staubsaugerisch: Für Essen, Konsum, Wohnen und Mobilität verbrauchst du rund um die Uhr – selbst im Schlaf – so viel wie sechs Staubsauger im Dauerbetrieb. In einer klima- und generationengerechten 2000-Watt-Gesellschaft müsstest du mit deutlich weniger auskommen.

Ein Leben mit 2000 Watt ist möglich

Die gute Nachricht: Die Forscherinnen und Forscher der ETH haben auch herausgefunden, dass wir mit zwei statt sechs Staubsaugern auskommen können, sprich: dass zwei Drittel weniger Energieverbrauch möglich sind – und mitnichten zwei Drittel weniger Genuss und Lebensfreude bedeuten. Wie soll das denn bitte funktionieren? Indem wir konsequent erneuerbare Energiequellen erschliessen und uns unabhängiger machen von atomaren und fossilen Brennstoffen. Indem wir Rohstoffe und Energie schlauer und besser nutzen, zum Beispiel durch sparsame Automobile, energieeffiziente Kühlschränke, umweltfreundliche Produktionsprozesse und kurze Lieferwege. Indem wir den Energiebedarf für unsere öffentliche Infrastruktur reduzieren – vom Strassennetz bis zum städtischen Gebäude. Und indem jeder von uns im Alltag auf einen Ressourcen schonenden Lebensstil achtet.

Doch noch etwas machen uns die ETH-Experten ganz deutlich: Städte wie Bregenz, Feldkirch, Gossau, Konstanz, Lindau, Radolfzell, Singen, St. Gallen und Winterthur können den Energieverbrauch nicht von heute auf morgen drastisch reduzieren und schon gar nicht den weltweiten Klimawandel im Alleingang stoppen. Aber wir können uns realistische Ziele stecken: Mit einer schrittweisen konsequenten Reduktion von CO2-Ausstoss und Energieverbrauch wollen wir die 2000-Watt-Gesellschaft in der Region bis im Jahr 2050 erreichen (in Schaffhausen: 2080). Damit müssen wir heute schon anfangen und wollen Menschen wie dich gewinnen, mit kleinen Dingen einen grossen Wandel anzustossen: Wir leben 2000 Watt.

Mehr anregende Infos: Unsere Broschüre als PDF






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Mehr, als unser Planet verträgt: Der Energieverbrauch pro Kopf in den Industrieländern

 

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Ein Jahr voller 2000-Watt-Aktionen

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