Konstanzer Firma will klimapositiv werden

„Wir müssen zeigen: Das geht!“

Peter Magulski möchte sein Softwareunternehmen umrüsten und mit gutem Beispiel vorangehen, um eine Ökobewegung bei anderen Unternehmen anzustossen. Eine Expertin der Hochschule HTWG begleitet ihn dabei. Ein Gastbeitrag der freiberuflichen Südkurier-Mitarbeiterin Claudia Rindt.

Das Konstanzer Software-Unternehmen Combit hat sich ein grosses Ziel gesetzt. Es will 2021 klimapositiv werden und mehr Kohlendioxid ausgleichen, als es selbst verbraucht. „Wir müssen zeigen, dass das geht, und dass es schnell geht“, sagt Peter Magulski, der den Betrieb 1989 zusammen mit seiner Partnerin gegründet hatte. Er hofft, dass sein Beispiel auch bei anderen Unternehmen eine grössere Bewegung in Richtung Klimaschutz auslöst.

In einem ersten Schritt wird eine Kohlendioxid-Bilanz erstellt, der zu entnehmen ist, wo der Betrieb steht, wo er schon gut ist und wo er besser werden kann. Ein Team von vier Studierenden um Maike Sippel (Professorin für Nachhaltigkeit an der Konstanzer Hochschule HTWG) beschäftigt sich mit der Verbrauchsbilanz, die zu Beginn des Jahres 2021 abgeschlossen sein soll. Neben den grossen Stellschrauben wie Stromversorgung oder Heizungen sollen auch Alltagsgewohnheiten wie Verpflegung im Betrieb auf den Prüfstand. Auch mit welchem Verkehrsmittel die fast 60 Mitarbeitenden zur Arbeit kommen, ist entscheidend: Je klimaneutraler sie sich bewegen, desto besser ist dies für die Combit-Bilanz. Schon seit längerem unterstützt das Unternehmen den Umstieg auf umweltfreundliche Beförderungsmittel.

Feuer und Flamme statt Kohlendioxid

Ökologische und soziale Aspekte hat Combit laut Magulski schon lange im Blick: 2013 wurde die Firma zum umweltfreundlichsten Betrieb Deutschlands ernannt. Das Unternehmen versucht seit Jahren weitgehend ohne Papier auszukommen. Magulski weiss aber auch, dass seine Firma mit jedem Klick ins Internet Strom verbraucht. Ökostrom und sparsame Geräte sind hier wichtige Ansatzpunkte. Wo der Einsatz regenerativer Energien nicht möglich ist, will der Betrieb künftig einen Ausgleich zahlen. Viel Energiesparpotenzial sieht Magulski zudem in Online-Formaten für Messen, Schulungen oder Tagungen.

Teile der Belegschaft beteiligten sich 2019 am Klimastreik von Fridays for Future. Dort hat Magulski auch Maike Sippel von der HTWG kennen gelernt, und er sei sofort Feuer und Flamme vom Projekt gewesen, sein Unternehmen klimapositiv weiter zu entwickeln. Wichtig ist ihm aber, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht zu überfordern. Magulski geht davon aus, dass sich das Unternehmen behutsam und doch konsequent in Richtung klimapositiv entwickeln kann. Peter Magulski hat sich auch privat dem Klimaschutz verschieben: Er bezieht nur Ökostrom, bewegt sich mit dem Rad, zu Fuss oder mit dem Elektroauto. Beim Essen setzt er auf vegane Gerichte.

Peter Magulski will sein Software-Unternehmen Combit klimapositiv gestalten (Bild: Claudia Rindt)