Stadtklima

Stadtbäume in Lindau

So gut die Voraussetzungen auch sind: Das prima Klima am See ist keine Selbstverständlichkeit. Die Welt, die hier noch in Ordnung scheint, ist im Wandel. Das Klima ändert sich global – und in Lindau. Die Folgen sind schon heute spürbar. Neben dem Klimaschutz wird darum die Anpassung an den Klimawandel immer wichtiger. Stadtbäume sind dabei starke Verbündete: Sie sind hervorragende Artenschützer, sie sorgen für Kühlung und saubere Luft, sie speichern Feuchtigkeit, spenden Schatten, verbessern das Stadtklima und damit unsere Lebensqualität.

Eine der größten Herausforderungen unserer Zeit ist es, Menschen, Garten, Freiflächen, Natur und Umwelt miteinander in Einklang zu bringen. Lindau blieb größten Teils vom Krieg verschont, Zeitzeugen sind die  über 100 Jahre alten Bäume, welche unsere Gartenstadt prägen. Wie die Perlen an einer Kette reihen sich die gartenkulturellen Höhepunkte Lindaus zu einem unglaublichen Reichtum an Gartenkultur aneinander.
Im Innerstädtischen Bereich gibt es ca. 25.000 Bäume, welche durch den Fachbereich Stadtgärtnerei, der Garten und Tiefbaubetriebe Lindau gepflegt werden. Hinzu kommen rund 28 Hektar Forstfläche, welche durch Revierförster Christian Müller und dem Bayerischen Staatsforsten betreut werden. Laubbäume das Stadtbild. Hauptbaumarten nach dem Lindauer Baumkataster sind:

1.    Linden- und Ahornarten
2.    Eichen, Hainbuchen, Eschen und Platanen
3.    Buche, Fichte, Erle, Rosskastanie

Mit einem geringeren Anteil kommen in Lindau weit gereiste Arten sog. Fremdländer vor, welch seit vielen Jahren bei Pflanzungen berücksichtigt werden, hier sind folgende Baumarten zu nennen wie Mammutbaum, Gingko, Roteiche, Zedernarten, Tulpenbaum, Amberbaum. Lindau ist geprägt von gartenkulturellen Höhepunkten wie dem Schachener Villengürtel oder dem Lindenhofpark, einer einmaligen historischen Parkanlage. Hier haben viele verschiedene Exoten ihr Zuhause gefunden und prägen das Stadtbild. Weiterhin kommen im Stadtgebiet verschiedene Obstgehölze vot (Malus-Arten, Prunus-Arten, Pyrus-Arten). Mit einem geringeren Anteil (ca. 0,5 Prozent der im Kataster geführten Bäume) aber auf Grund ihres besonderen Schutzstatus erwähnenswert ist die Schwarzpappel (Popolus nigra). Sie ist überwiegend im Landschaftsschutzgebiet Wäsen zu finden.

Baumkataster als Grundlage

Im Lindauer Baumkataser sind ca. 9.200 Bäume erfasst. Damit die Bäume auch von anderen Abteilungen abgerufen werden können, wurde im Jahr 2015/ 2016 das RIWA Baummodul eingeführt. Das digitale Verzeichnis erfasst neben der Baumart die üblichen Stammdaten zum Baum (Höhe Umfang Altersphase etc.) sowie die Daten zur Vitalität und möglichen Schadsymptomen (auch in Bezug auf die Verkehrssicherheit der Bäume). Die meisten Bäume sind standörtlich lagegenau erfasst. Ebenfalls wird vermerkt, wenn Bäume als Ausgleichsmaßnahme bei Bauprojekten gepflanzt wurden. Vor allem ist der Zeitpunkt der Kontrolle digital hinterlegt und dokumentiert. Das Kataster hilft bei der Ausschreibung erforderlicher Pflegemaßnahmen und dokumentiert deren Umsetzung. Die Bestandspflege ermöglicht eine sorgfältige Baumartenwahl, einen optimalen Stoffhaushalt, die Vermeidung schädlicher Immission und eine gesunde Altersstruktur. Die Anwuchs- und Jungbaumpflege ist dabei besonders entscheidend. Das Baumkataster garantiert somit langfristig einen gesunden und vielfältigen Baumbestand in der Stadt.

Streuobstwanderung

Streuobstwiesen prägen unsere Landschaft, sie zählen zu den ökologisch wertvollsten Lebensräumen und sind vielerorts stark gefährdet. Im Jahr 2019 wurde gemeinsam mit dem Verein für Garten- und Landschaftspflege und der Stadt Lindau (B) eine Streuobstwanderungen angeboten. 

Nisthilfen und Fledermausquartiere

Im Frühling steht nicht nur bei uns Menschen der Frühlingsputz hoch im Kurs – auch Vögel suchen dann geeignete Nistplätze. In der Stadt werden aber alte Bäume mit Höhlungen und Astlöchern immer seltener, nicht zuletzt aufgrund steigender Sicherheitsvorgaben. Da sind Brutkästen und Fledermausquartiere eine wichtige und wertvolle Alternative für Singvögel und Fledermäuse. Der Bund Naturschutz bringt Nistkästen im Stadtgebiet und Parkanlagen an und pflegt diese auch. Vor allem Meisen, wie z.B. Blaumeise, Kohlmeise, Sumpfmeise, Tannenmeise, Haubenmeise und Feldsperrling nutzen die Unterkünfte. Die Mitarbeiter*innen säubern die Nistkästen jeweils im März rechtzeitig vor Beginn der Brutsaison. In Lindau wurden im Rahmen von Baumaßnahem sogenannte CEF-Maßnahme (continuous ecological functionality-measures, Übersetzung etwa Maßnahmen für die dauerhafte ökologische Funktion) durchgeführt. An vielen verschiedenen Standorten im Stadtgebiet wurden Fledermausquartiere angeracht. Der genau Standort ist im Lindauer Baumkataster hinterlegt.

 

 

Plakataktion zum Thema Stadtbäume: Oberbürgermeisterin Claudia Alfons und Klimaschutzmanagerin Danielle Eichler im Toskanapark (Foto: Patricia Herpich/Stadt Lindau).